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Zwei Wickelkinder? Tschüss, Windel! - Erfahrungsbericht Töpfchentraining Nadine

Dieser Newsletter wird dir zeigen, wie du schlechte Stoffwindeln vermeiden kannst, was deine Stoffwindeln kaputt macht, wie das Waschen wirklich funktioniert und wie du dein Baby abhalten kannst. Hier klicken.

Ohne Windel lässt es sich viel besser toben! Nadine erzählt in ihrem Gastbeitrag, ab wann sie ihrem ältesten Sohn geholfen hat, trocken zu werden, und wie er sich ganz natürlich mit dem Töpfchen angefreundet hat. Auch sein kleiner Bruder und ein Schlüsselmoment beim Kinderturnen haben dabei eine Rolle gespielt: von Minimal-Windelfrei übers Töpfchentraining bis zum vollständigen Abschied von der Windel!

Zwei Wickelkinder Töpfchentraining

Tagein, tagaus seine persönliche Toilette mit sich herumschleppen? Ich habe noch nie so richtig daran geglaubt, dass Kinder im Alter von 4 oder 5 Jahren noch eine Windel brauchen. Da meine Geschwister und ich mit zwei Jahren auf die Windel verzichten konnten, peilte ich diese Zeit auch für meinen ersten Sohn an. Außerdem dachte ich, dass es für ihn viel schöner ist, möglichst früh ohne Windel zu toben.

Bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts habe ich also nicht darauf gewartet, dass er irgendwann von allein sagt, er bräuchte keine Windel mehr. Gerade bei Pampers merken die Kinder doch gar nicht, wenn sie reingemacht haben. Warum sollten sie dann auf einmal keine Windeln mehr wollen?!

Stattdessen wollte ich ihm die Erfahrung ersparen, irgendwann im Kindergarten von den Größeren ausgelacht zu werden, weil er noch nicht trocken ist. Statt zu warten, bis er einen Leidensdruck spürt, habe ich das Trockenwerden also frühzeitig in die Hand genommen. Ich finde, es ist meine Aufgabe als Mutter, ihm zu zeigen, wo das kleine und große Geschäft hingehören.

Die Vorgeschichte: Minimal-Windelfrei

Als mein Kleiner ungefähr 10 Monate alt war, haben wir ein Töpfchen gekauft. Meine Schwiegermutter hatte mir erzählt, dass sie ihren Sohn ganz früh immer mal aufs Töpfchen gesetzt hat und er dann mit 10 Monaten sein großes Geschäft zuverlässig jeden Morgen dort verrichtet hat. Das fand ich toll und wollte es auch ausprobieren.

Ganz zwanglos habe ich meinen Kleinen von da an immer mal wieder aufs Töpfchen gesetzt und bald festgestellt, dass nach jedem Nacht- bzw. Mittagsschlaf eine große Menge Urin ins Töpfchen ging. Bald verrichtete er auch sein großes Geschäft nach dem Mittagsschlaf ins Töpfchen, sodass – seit er etwa 18 Monate alt war – kein Stuhl mehr in der Windel landete.

Hatte er mal keine Lust, auf dem Töpfchen sitzen zu bleiben, habe ich ihm etwas Besonderes zum Spielen gegeben. Zum Beispiel wollte er eine Zeit lang immer unseren Föhn haben, wenn er aufs Töpfchen ging. Dadurch entwickelte sich ein richtiges Ritual: nach dem Schlafen ins Bad, Föhn und Töpfchen. Im Nachhinein denke ich, dass dieser feste Ablauf auch das Trockenwerden positiv beeinflusst hat, da er so das Töpfchen kennenlernen konnte und es ganz selbstverständlich benutzt hat.

Ich höre ständig von anderen Mamas, dass das Kind nicht aufs Töpfchen will. Auch kenne ich Kinder, die eigentlich trocken sind, für das große Geschäft aber noch eine Windel möchten. Ich denke, diese Probleme konnten wir deshalb umgehen, da mein Sohn früh gelernt hat, dass es ganz normal ist, ins Töpfchen zu machen.

Draußen ohne Windel

Kurz nach dem ersten Geburtstag meines großen Kleinen bin ich erneut schwanger geworden. Neben der Freude darüber kam mir gleich der Gedanke, dann eine Weile zwei Wickelkinder zu haben. Weil mir der viele Müll schon immer ein Dorn im Auge war, probierte ich zum zweiten Mal Stoffwindeln aus. Leider erfolglos. Da der Große 14 Monate alt war, gingen sehr große Mengen Urin auf einmal hinein und die Stoffwindeln liefen immer aus. Ich habe deshalb bis auf eine Überhose und ein paar Prefolds alles wieder verkauft.

Im Sommer kam dein Artikel übers Trockenwerden und ich habe sofort mehr über das Weglassen von Windeln gelesen. Obwohl ich begeistert war, habe ich es nicht zu 100% durchgezogen. Es war Sommer, mein Sohn lief oft nackt im Garten herum, hat sich auch ein paar Mal aufs Töpfchen gesetzt oder wir sind zu den Büschen gegangen. Im Haus habe ich mich aber nicht getraut, die Windel wegzulassen. Außerdem war ich hochschwanger und hatte nicht den Elan, ständig aufzustehen und hinter ihm herzulaufen, wenn er sein kleines Geschäft verrichten musste.

Ich hätte es zwar schön gefunden, wenn er trocken geworden wäre, aber war auch nicht böse, dass es nicht geklappt hat. Ohnehin war ich eher pessimistisch: Ich dachte, dass er vielleicht wieder zurück zu den Windeln will, wenn er sieht, dass ich das Baby wickle. Ich dachte auch, dass es bestimmt ohne Windel total stressig wird, wenn er alle 10 Minuten aufs Töpfchen muss. Das kann man mit einem Neugeborenen ja nicht gebrauchen. Also habe ich das Projekt Trockenwerden wieder auf Eis gelegt.

Schlüsselmoment: eine Zeit lang zwei Wickelkinder

Dann kam das Baby und wir hatten zwei Wickelkinder. Was da an Müll zusammenkommt, ist echt grausam. Wir waren kurz davor, für 40 € pro Monat eine größere Mülltonne zu bestellen. Außerdem war ständig eine Windelpackung leer und ich kam mit dem Einkaufen nicht hinterher. Irgendetwas musste sich ändern.

Dann kam das „Schlüsselerlebnis“: Beim Kinderturnen kurz nach seinem zweiten Geburtstag wollte der Große, dass ich mich zu ihm auf den Schwebebalken setze. Sobald ich bei ihm saß, bekam er einen hochroten Kopf und machte in die Windel. Da er eigentlich schon lange sein großes Geschäft ins Töpfchen machte, hatte ich nicht mal eine Windel zum Wechseln dabei. Ihn dann beim Turnen wie ein Baby zu wickeln, fand ich total blöd. Denn er hatte ja frühzeitig gemerkt, dass er mal muss. So wie er zu mir gekommen ist, um mir zu erklären, wo ich mich hinsetzen soll, könnte er mir doch zukünftig einfach sagen, dass er mal auf die Toilette muss. Oder?

Als wir vom Turnen nach Hause kamen, habe ich ihn untenherum ohne Hose und Windel gelassen – wie ich es auf dem Blog gelesen hatte. An diesem Abend urinierte mein Ältester nur noch einmal. Auch wenn dieses kleine Geschäft auf dem Boden und nicht im Töpfchen landete, war ich doch erstaunt, dass er schon so lange anhalten konnte. Ich hatte damit gerechnet, dass er alle paar Minuten muss.

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Töpfchentraining: eine Woche ohne Windeln

Als ich die Windeln zum ersten Mal ganz weggelassen habe, war ich sehr aufgeregt. Weil mein Sohn freitags nicht in den Kindergarten ging, hatten wir zum Glück drei Tage Zeit zum Üben.

Ich stellte das Töpfchen ins Wohnzimmer, wo wir Fliesen und Fußbodenheizung haben. Nachdem ich ihm am Morgen seine Nachtwindel abgezogen hatte, habe ich ihm gesagt: „Du brauchst ab heute keine Windeln mehr und darfst aufs Töpfchen gehen.“ Dann habe ich ihm unten selbst genähte Babylegs und Hausschuhe angezogen und wir sind spielen gegangen.

Um meinen Sohn genau beobachten zu können, habe ich bewusst das Handy zur Seite gelegt. Außerdem hat er Orangensaft bekommen, sodass wir den Gang aufs Töpfchen mehrfach üben konnten.

Bald ging es los: Das erste Pipi hat er gemacht, als er auf einem kleinen Plastikhocker saß. Als er es gemerkt hat, hat er ganz erschrocken zwischen seine Beine geblickt. Daraufhin habe ich ihn schnell gepackt und aufs Töpfchen gesetzt. Da ging der Rest hinein.

Beim zweiten Mal hat er schon bei den ersten Tröpfchen gesagt: „Oh, Pipi!“ Und ich: „Schnell, schnell!“ Er wusste gleich, wo er hinsoll, weshalb das kleine Geschäft fast vollständig ins Töpfchen ging. Beim dritten und vierten Mal lief es ähnlich.

Dann kam der Mittagsschlaf. Ich habe ihm gesagt: „Zur Sicherheit und weil wir ja noch üben, bekommst du für den Mittagsschlaf noch mal eine Windel. Heute Nachmittag dann wieder ohne.“

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Nachmittags lief es dann geradezu grandios. Wenn er gemerkt hat, dass er mal muss, hat er gesagt: „Oh, Pipi! Schnell, schnell!“ – und hat sich selbstständig aufs Töpfchen gesetzt. Dabei war es das Größte für ihn, den Inhalt des Töpfchens selbst in die Toilette zu schütten und die Hände mit viel Schaum zu waschen.

Da der erste Tag so super lief, habe ich ihm am zweiten Tag gleich Hosen angezogen. Damit funktionierte es genauso wie am ersten Tag: Das erste Pipi ging fast komplett in die Hose, das zweite nur ein paar Tropfen und danach hat er es zuverlässig angesagt.

Das Gespräch mit der Krippe

Um mir und ihm noch ein bisschen mehr Sicherheit zu geben, habe ich ihn am Montag von der Krippe abgemeldet und war am Dienstag dort zum Gespräch.

Davor hatte ich am meisten Angst. Denn ich dachte, die Fachkräfte ziehen nicht mit und werden sagen, dass er dort Windeln tragen muss. Aber zu meiner Überraschung wollten sie es versuchen. Ich sollte zwar genug Wechselkleidung mitgeben, die haben wir aber gar nicht gebraucht. Er hält dort ein bis zum Mittagessen. Während die anderen Kinder eine neue Windel bekommen, geht er auf die Toilette.

Nach einer Woche habe ich gedacht: Das war ja leicht! Natürlich gab es das ein oder andere Mal wieder eine Panne. Aber das ist wie mit allen neuen Erfahrungen. Da erwarten wir auch nicht, dass es vom einen auf den anderen Tag problemlos klappt.

Ohne Windeln unterwegs

Wenn wir unterwegs sind, nehme ich immer Wechselkleidung mit. Bevor wir rausgehen, schicke ich ihn noch mal aufs Töpfchen. Ich habe den Eindruck, in jeder neuen Situation muss er das mit dem kleinen Geschäft erst mal ausprobieren.

Gestern hat es zum Beispiel schön geschneit und wir waren mit Schneeanzug draußen. Da hat er gleich zweimal reingemacht. Vielleicht hat er den Unterschied zur Windel nicht gemerkt oder er war beim Spielen zu beschäftigt, um ans Töpfchen zu denken? Das ist natürlich gerade jetzt im Winter doof, aber deswegen ziehe ich ihm trotzdem keine Windel mehr an.

Ganz grundsätzlich stört es mich auch nicht, ihm eine trockene Hose anzuziehen und die nasse dann zu waschen. Mit zwei Kindern hat man ohnehin immens viel Wäsche. Da kommt es darauf nicht an.

Wieder ein paar nasse Hosen

Eine Zeit lief es gar nicht gut und die Hose wurde immer wieder nass. Ich habe gelesen, dass das daher kommen kann, dass man aufgehört hat, sein Kind aufs Töpfchen zu schicken. Außerdem kann es helfen, es mal wieder ein bis zwei Tage ohne Hose zu lassen. Diese Tipps haben wir beherzigt und seitdem läuft es wieder besser.

Heute sage ich: „Mein Sohn ist trocken.“ Denn immerhin geht er die meiste Zeit auf die Toilette oder aufs Töpfchen. Leider gehen ca. einmal am Tag ein paar Tropfen Urin in die Hose, sodass ich sie wechseln muss. Julia versichert mir aber, dass das bei kleinen Menschen mit Penis dazugehört. :-)

Fazit: Töpfchentraining leichter als gedacht

Töpfchentraining ist definitiv viel einfacher, als ich dachte. Die ersten Tage waren zwar anstrengend, aber sie haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Am meisten hat mich überrascht, wie lange mein Sohn schon anhält. Gerade unterwegs hatte ich Sorge, dass wir die Windel sehr vermissen werden. Auch meine größte Angst, dass die Krippe nicht mitspielt, hat sich als unbegründet erwiesen. Im Gegenteil: Dort gelingt es sogar besser als zu Hause. Ich bin jeden Tag gespannt, ob ich wohl eine nasse Hose mitnehmen muss, aber meistens muss ich das nicht.

Bei meinem zweiten Kind werde ich das Töpfchentraining darum wieder so machen und vielleicht sogar früher anfangen. Da mein Jüngster im August zwei wird, passt der Sommer davor optimal zum Trockenwerden.

Meine besten Tipps:

  • Wir Eltern bestimmen den Zeitpunkt fürs Trockenwerden. Wenn wir Eltern mit den Windeln durch sind, sind auch unsere Kinder bereit, Schritt für Schritt trocken zu werden.
  • Geht zeitweise wieder mehr daneben, einfach mal einen halben oder ganzen hosenfreien Tag einlegen. Das funktioniert bei uns immer super.
  • Und: Einfach machen. Je kürzer ihr wartet, desto früher gewinnt euer Kind an Freiheit und Selbstständigkeit. Das hat es sich verdient! :-)

Liebe Grüße
Nadine


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