Als Frugalistin bzw. Frugalist muss man sich immer wieder die eine oder andere Meinung von mehr oder weniger wissenden Menschen anhören. Geiz, Arbeitsunwillen und ein ausgeprägter Egoismus sind nur ein kleiner Auszug der Vorurteile, die FrugalistInnen zu hören bekommen. Zu diesen mischt sich noch ein weiteres dazu: Frugalismus geht nicht mit Kindern. Im folgenden Artikel gehe ich darauf ein, wie Frugalismus und Familie gemeinsam funktionieren können.

Frugalismus: Was macht die Lebensweise aus?

FrugalistInnen haben sich zum Ziel gesetzt, mit 40 (oder 35 oder 45) finanziell so unabhängig zu sein, dass sie in Rente gehen und von ihrem Ersparten leben können. Sie leben also vor allem genügsam, sodass sie jeden Euro, den sie nicht zum Leben brauchen, sparen können. Folgende Aspekte sind dabei ausschlaggebend:

  • Ausgaben reduzieren, wo es möglich ist
  • Einen Großteil des Einkommens sparen
  • Wenig Geld für die Freizeitgestaltung ausgeben

Frugalismus wird dabei gerne mit Selbstkasteiung und leben am absoluten Existenzminimum gleichgesetzt, was aber so nicht stimmt. Es geht nicht um den alleinigen Verzicht auf alles Materielle, das über die absoluten Grundbedürfnisse hinausgeht – es geht viel mehr um den langfristigen Aufbau von Vermögen durch Verzicht auf Überflüssiges. Das heißt auch nicht, dass Frugalisten niemals auf Urlaub fahren – nur wahrscheinlich nicht ins 5-Sterne-Luxushotel auf Saint Tropez.

Frugalismus und Kinder: so kann es gehen

All diese Faktoren, die verhältnismäßig günstigen Urlaube, das Sparen des Lohns etc., schütten Öl ins Feuer der Vorurteilenden. Haben FrugalistInnen Kinder oder planen, eine Familie zu gründen, dann heißt es schon bald „Das Knausern kannst du dir jetzt abschminken!“ und „Die armen Kinder!“ oder „Das wird niemals funktionieren!“.

All diese Aussagen entbehren aber jeglicher Grundlage, denn in der Regel haben genau die Leute, die diese Meinungen laut rausposaunen, Frugalismus nie selbst gelebt. Im Folgenden gehe ich auf die wichtigsten Faktoren ein, um Frugalismus und Familie unter einen Hut zu bekommen. Du wirst sehen, die zwei stehen sich gegenseitig gar nicht so im Weg, wie gern behauptet wird.

1. Ausgaben hinterfragen

Wenn das Baby im Anmarsch ist, dann soll natürlich für alles gesorgt sein, sodass es dem Kleinen an nichts fehlt. Doch was bedeutet es überhaupt, wenn einem Baby etwas fehlt? Viel kann das nämlich gar nicht sein, solange es gefüttert wird, warm hat und viel Zuneigung bekommt. Saubere Windeln gehören auch noch zu den Dingen, die nicht fehlen dürfen.

Kleidung und Möbel

Dafür braucht dein Baby weder einen Designer-Kinderwagen, der 3.000 Euro kostet, noch die 60 Euro teuren Miniatur-Converse, die komplett unbenutzt im Schrank stehen, weil sie einfach süß aussehen. Auch ein Wickeltisch kann gut und gerne gebraucht gekauft werden, wenn man sich die Mühe macht, diesen eventuell etwas abzuschleifen und mit einem natürlichen Öl zu behandeln.

Du siehst also: Diverse Ausgaben, die in den ersten Monaten getätigt werden, wären eigentlich gar nicht nötig.

Das hört auch nicht auf, sobald ein Kind selbst läuft oder bald zur Schule geht. Natürlich werden deine Ausgaben steigen, wenn dein Kind Schulzeug braucht, Ausflüge unternimmt und alle Kleidungsstücke nur ein paar Monate passen. Aber auch dann gibt es Mittel und Wege, die Ausgaben an gewissen Stellen zu reduzieren.

Kinderkleidung secondhand zu kaufen, spart etwa bares Geld, denn die Stücke kosten einen Bruchteil des Originalpreises. Zudem sind die Teile meist sehr gut in Schuss, weil jedes Kind einfach so schnell aus dem Stück herauswächst. Das gilt vor allem für teure Kleidungsstücke wie Anoraks und Winterschuhe. Nicht selten ist es so, dass sich auch noch jemand Dritter über die Stücke freut.

Auch Möbel lassen sich gut aus zweiter Hand besorgen. Die Chance auf ein tolles und qualitativ hochwertiges Stück ist bei einem Flohmarkt größer als beim Möbel-Discounter. Weiters kannst du mit der Reparatur von Möbeln einen nachhaltigen Lebensstil vorleben und mit deinen Kindern zusammen eine schöne und kreative Zeit bei der Restaurierung verbringen.

Und noch etwas zu den mehr oder weniger nötigen Ausgaben: die Windeln!

Im Schnitt geben Eltern für Wegwerfwindeln ungefähr 40 bis 50 Euro pro Monat aus. Mit dem Umstieg auf Stoffwindeln gibst du einmal Geld für hochwertige Windeln aus und sparst auf das Jahr gerechnet mehrere hundert Euro und vermeidest eine Menge Müll. Der ökologische Gedanke hinter dem Frugalismus findet hier also auch seinen Platz. Dieser Aspekt wiegt mit mehreren Kindern noch schwerer.

Wohnen

Wie viele Paare, die ein Kind erwarten, ziehen noch vor der Geburt in eine größere und teurere Wohnung? Das sind wohl ziemlich viele. Das muss aber gar nicht sein, denn gerade in den ersten Jahren ist es einfach nicht nötig, dass dein Kind ein eigenes Zimmer hat, das wiederum mit Möbeln ausgestattet werden muss. Wer den Umzug ein paar Jahre aufschiebt, bis wirklich etwas Größeres hermuss oder sich dazu bereit erklärt, in einer WG zu wohnen, spart bares Geld.

Das heißt nicht, dass du mit dem Baby in der Studentenbude hausen musst, sondern dass du dir überlegst, ob du an deiner bestehenden und kleineren Wohnung ein paar sinnvolle Optimierungen vornehmen kannst.

  • Ein Beistellbettchen kann noch einige Zeit im Schlafzimmer der Eltern Platz finden.
  • Im Badezimmer gibt es vielleicht das eine oder andere Eck, in das sich ein Wickeltisch hineinbauen lässt.
  • Ein Raumteiler kann ein Zimmer in gewisse Bereiche einteilen, wie etwa zum Spielen.

2. Investments tätigen

Kommen wir zum nächsten essenziellen Punkt. Wie bereits erwähnt, finanzielle Unabhängigkeit und das schon früh im Leben – das ist das erklärte Ziel von FrugalistInnen. Unnötige Ausgaben zu vermeiden ist ein erster Schritt in die frugale Richtung, dank Niedrigzinsumfeld und Inflation reicht sparen alleine aber nicht.

Die meisten FrugalistInnen investieren ihr Erspartes – bis auf einen Notgroschen – gezielt in sichere Anlagemöglichkeiten. Zu diesen gehören etwa die sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds), die als passive Indexfonds ihre Stärken nur bei einem langen Anlagehorizont so richtig ausspielen können. Sinnvoll Geld anzulegen ist für FrugalistInnen ein Mittel für den langfristigen Vermögensaufbau.

Manche FrugalistInnen haben auch in Immobilien investiert. Das bedeutet, dass man den Kindern sogar noch etwas vererben kann.

Die Voraussetzung dafür ist aber, dass man früh genug anfängt, zu investieren, sodass man zum gewünschten Pensionsantritt – also mit 40 oder 45 – vom Investment profitieren kann. Mit börsengehandelten Fonds funktioniert das gut, denn die ETFs sind auf einen etwa 15-jährigen Anlagehorizont ausgelegt – dank dem Zinseszinseffekt kann man Gewinne erzielen, die dann für die zweite Lebenshälfte verwendet werden.

Wie du siehst, Frugalismus und Familie schließen sich nicht gegenseitig aus – im Gegenteil: Mit etwas Geschick und Wissen rund um Finanzen kann eine frugalistische Lebensweise gut mit der Familienplanung in Einklang gebracht werden. Zudem kannst du so den eigenen Kindern eine nicht auf Konsum ausgerichtete Lebensweise vorleben und mit reparieren statt wegwerfen die Umwelt schonen.

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