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Feuchttücher selber machen: einfache Rezepte und Waschanleitung

Geschrieben von Julia Schmidt

Wenn es mal schnell gehen muss, kannst du natürlich zu handelsüblichen Pflegetüchern greifen. Feuchttücher selber machen schont aber nicht nur die Babyhaut, sondern auch den Geldbeutel. Außerdem könnt ihr mit den selbst befeuchteten Tüchern einiges an Müll sparen. Darum stelle ich euch im Folgenden drei nachhaltige Alternativen zu gekauften Feuchttüchern vor!

Nachteile gekaufter Pflegetücher:

  • Aufgrund der Inhaltsstoffe solltet ihr sie nur sparsam verwenden. Denn Fertig-Feuchttücher können die sensible Haut eures Babys angreifen. Spätestens, wenn der Popo rot oder wund wird, wird es Zeit für einen Wechsel hin zum selbst gemachten Feuchttuch.
  • Gekaufte Feuchttücher belasten das Haushaltsbudget stärker als DIY-Feuchttücher.
  • Handelsübliche Feuchttücher produzieren viel Müll und zersetzen sich nicht. Sie gehören darum auch in den Restmüll und dürfen nicht in der Toilette entsorgt werden.

Tipp: Um die Müllbelastung zu reduzieren, kannst du die gekauften Feuchttücher nach der Verwendung waschen oder als Windelvlies verwenden. Am besten aber machst du Feuchttücher zukünftig einfach selbst. Wie das funktioniert, erfährst du in diesem Blogbeitrag!

Feuchttücher-selbst-machen

1) Die sauberste Alternative für Feuchttücher

Wenn du Wegwerfwindeln verwendest, dann wirst du sicher schon ein gewöhnungsbedürftiges Talent deines Babys entdeckt haben: Beim Überlaufen der Wegwerfwindel verteilt sich der Stuhl auf magische Weise vom kleinen Zeh bis zu den Ohren. (Übrigens: Mit passenden Stoffwindeln wird dir das nicht mehr passieren, da die Bündchen viel besser dicht halten.)

In diesem Fall reichen ein oder zwei Feuchttücher wohl kaum aus. Stattdessen wird dein Baby ein kurzes Bad im Waschbecken nehmen oder gleich abgeduscht. Diese Methode ist auch dann besonders praktisch, wenn dein Baby nicht so gern auf dem Wickeltisch liegt oder das große Geschäft innerhalb der Windel epische Ausmaße annimmt.

Was erst umständlich klingt, gelingt in der Praxis mit etwas Übung viel schneller, als mit dutzenden Tüchern sauber wischen zu müssen. Weitere Vorteile dieser Methode? Zum einen wird der Popo damit sehr sauber. Zum anderen genießen die meisten Babys es, unter das Wasser gehalten zu werden. Und schließlich hast du ganz ohne Vorbereitung eine müllfreie Alternative zu Feuchttüchern!

So geht’s:

  • Du ziehst die Hose und Strumpfhose deines Babys aus. Der Body wird aufgeknöpft und am besten über der Schulter wieder verschlossen.
  • Du läufst zur Toilette (bzw. zum Windeleimer) und öffnest die Windel. Dort legst du die schmutzige Windel ab.
  • Anschließend hältst du den Babypopo direkt unter den angenehm warmen Wasserstrahl und säuberst dein Baby.
  • Ein extra markiertes Popo-Handtuch im Bad sorgt dafür, dass ihr euch nicht versehentlich damit die Hände abtrocknet. Jetzt tupfst du vorsichtig dein Baby auf deinem Arm trocken.
  • Nachdem dein Baby eine neue Windel bekommen hat, verschließt du den Body wieder.

Übrigens: Falls bei euch zu Hause nur langsam warmes Wasser kommt, dann kannst du auch kühleres Wasser nutzen. Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase stört das die wenigsten Babys. Die Feuchttücher aus der Packung sind ja meistens auch nicht warm, oder?!

2) Waschlappen

Am einfachsten ist es, wenn man an den Wickeltisch eine Schale mit warmem Wasser stellt und Einmalwaschlappen, Wattepads, trockene Pflegetücher/Kosmetiktücher aus der Drogerie oder Küchenrolle nutzt. Das ist unterwegs auch gut umsetzbar. Kaum Chemie aber etwas Müll.

Günstiger sind natürlich Waschlappen aus Stoff oder andere Stoffstücke – Du kannst kleine Stofftücher kaufen oder ein paar alte T-Shirts zerschneiden, die Ränder müssen nicht vernäht werden. Diese kleinen Tüchlein können gewaschen und wiederverwendet werden. Du hast sie vielleicht sowieso zu Hause? 🙂

Mit dieser Methode hatte mein Baby zwar keinen wunden Po mehr, aber ich fand die Vor- und Nachbereitung jedes Mal aufwendig: Schüssel mit warmen Wasser befüllen und hinterher wieder wegbringen bzw. Wasser rechtzeitig kochen und in die Thermoskanne füllen.

Außerdem entleerte mein Baby die Schälchen gelegentlich mit einem Fußtritt.

Menno!Jessica von Stoffwindelberatung-Berlin.de

3) Kokos-Rezept für DIY-Feuchttücher

Jessica Sawatzke von Stoffwindelliebe – Stoffwindelberatung Berlin liebt es, Waschlappen vorzubereiten, um sie dann wie Feuchttücher aus einer Box zu ziehen. Das ist ihr DIY-Rezept:

  • Für 15 Waschläppchen à 15 x 15 cm rühre ich einen Teelöffel Kokosnussöl in 200 ml abgekochtes (und damit keimfreies) Wasser an.
  • Die Lösung gebe ich dann über die bereits gefalteten Lappen in einer Box. Diese begleitet mein Baby und mich auf allen Wegen und hält ungefähr 2 Tage (Kokosöl wirkt antibakteriell).
  • Wer möchte, kann auch noch einen Spritzer Babywaschgel hinzugeben. Das hilft dabei, dass sich Öl und Wasser vermischen.
  • Nach Gebrauch werfe ich die Tücher zum Trocknen in ein kleines Wäschenetz. Unterwegs kommen sie mit in den Wetbag.
  • Die selbst gemachten Feuchttücher werden bei 60 °C und mit meinem normalen Vollwaschmittel mit Sauerstoffbleiche gemeinsam mit den Stoffwindeln gewaschen. Falls du Wegwerfwindeln benutzt, wirfst du die Feuchttücher einfach zu den Handtüchern.

Das Ergebnis: Kein Müll mehr, ein nach Kokos duftender zarter Babypopo und eine glückliche Mama! :)

Zusatztipp: Falls du nicht möchtest, dass dein Baby nach Bounty riecht, empfehle ich dir Lavendelöl. Es wirkt ebenfalls antibakteriell und beruhigt die Haut.


4) Praktisches Komplett-Set, um Feuchttücher selber zu machen

Eine besonders einfache und praktische Möglichkeit, um DIY-Feuchttücher und feuchtes Toilettenpapier herzustellen, bietet das Happy Bottom Kit von Bamboolik. Denn das nachhaltige Set enthält alles, was du für saubere Hände, Mund oder Popo benötigst. Egal wo du gerade bist: ob zu Hause oder unterwegs und ob es dort Wasser gibt oder nicht.

So funktioniert das Happy Bottom Kit

Wie in der DIY-Variante stellst du auch mit dem Set von Bamboolik eine hautschonende Wasser-Öl-Emulsion her. Wird diese dann in die Sprühflasche gegeben, die im Set enthalten ist, kannst du die Flüssigkeit entweder direkt auf der Haut oder auf einem Tuch anwenden.

So funktioniert’s:

  1. Koche Wasser auf.
  2. Gib das Waschöl von Happy Bottom bis zur Markierung in die leere Sprühflasche.
  3. Fülle die Sprühflasche mit dem abgekühlten, maximal handwarmen Wasser auf.
  4. Schüttle die Sprühflasche vor jeder Anwendung.
  5. Sprühe die fertige Lösung auf ein Tuch oder direkt auf die Stelle, die du reinigen möchtest.
  6. Das Öl-Wasser-Gemisch sollte innerhalb von zwei Tagen verbraucht werden.

Auch wenn du die fertige Emulsion in einer Schüssel aufbewahrst und neben den Wickelplatz stellst, bist du optimal vorbereitet. Mische dafür 10 ml Öl und 50 ml abgekochtes Wasser. Legst du dann die Tücher hinein, kannst du damit Baby-Popo, schmutzige Hände oder den Mund sanft reinigen.

Tipp für Mütter: Selbst als Make-up-Entferner funktioniert das Öl einwandfrei. Mit weichen, waschbaren Abschminkpads löst es das Augen-Make-up sanft und zuverlässig.

Das Happy Bottom Set von Bamboolik beinhaltet diese Produkte:

  • 10 waschbare, weiche Tücher
  • 1 kleine leere Sprühflasche, um die Waschemulsion hineinzufüllen und sie mehrere Tage aufzubewahren.
  • 1 waschbarer Windelsack Größe XS: In dem wasserdichten Windelsack finden die Tücher und das Öl unterwegs Platz.
  • 1 kleines Wäschenetz: Damit kannst du die schmutzigen Tücher zu Hause luftig auf die Wäsche warten lassen und vermeidest Schimmel. Vor dem Waschgang legst du das geöffnete Wäschenetz in die Waschmaschine, ohne die Tücher anfassen zu müssen. Bei 60 °C mit Vollwaschmittel werden die Tücher sauber.
  • 100 ml Happy Bottom Öl: Das Waschöl, das frei von Konservierungsmitteln und synthetischen Duftstoffen ist, besteht aus ätherischem Lavendelöl und anderen pflanzlichen Ölen. Die hochwertigen Öle schützen die natürliche Fettschicht und fetten die Haut nach – perfekt für DIY-Feuchttücher!

Noch Fragen?!

Für welche der drei Alternativen du dich auch entscheidest: Feuchttücher lassen sich sehr leicht selber machen. Du brauchst nur einen Waschlappen und eine kleine Sprühflasche – oder eben fließendes Wasser. Da selbst gemachte Feuchttücher preiswert sind und die Babyhaut und die Umwelt schonen, machst du mit deiner DIY-Variante auf jeden Fall alles richtig!

Teile diesen Artikel mit allen Familien, die noch Feuchttücher kaufen und damit oft weniger schöne Inhaltsstoffe an den Popo ihres Kindes lassen.

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