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Windelfrei mit Baby: Die entspannte Teilzeit-Anleitung… Ohmmmm

Geschrieben von Julia Schmidt

Windelfrei und das Abhalten deines Babys über ein geeignetes Gefäß kann deinem Baby, deinem Partner und dir den Alltag erleichtern.

Aber ist es nicht schrecklich umständlich, sein Baby ohne Windeln zu lassen?

Wie soll das funktionieren?

Werden dann nicht der Boden, die Möbel und die Kleidung ständig nass und dreckig?

Etwas wichtiges musst du sofort wissen: 99,9% aller europäischen Eltern machen (Teilzeit) Windelfrei und benutzten in den ersten Monaten oder Jahren Windelhöschen, Stoffwindeln, Wegwerfwindeln, Backups, Tücher und wasserdichte Unterlagen. Erst nach und nach lassen sie ihr Baby oder Kleinkind ohne Windel nur mit der Hose krabbeln und spielen. Einigen Familien getrauen sich das schon im ersten Lebensjahr, andere später.

(Du brauchst Alltagstipps für Windelfrei mit Baby komplett ohne Windeln? Dann hier entlang.)

Also keine Angst: Windelfrei bedeutet nicht, dass dein Baby ständig nackt oder ohne Windel sein muss. Und trotzdem funktioniert es und kann euch helfen:

  • kein großes Geschäft in der Windel (darauf fokussieren sich viele Familien am Anfang)
  • besseres Hautbild
  • das Windeln wirklich weglassen und trocken werden (egal wann) wird einfacher

Wie das funktioniert und warum es funktioniert, werde ich dir in diesem umfangreichen Blogbeitrag erklären. Lass uns direkt starten. 🙂

Windelfrei Anleitung, Alltagstipps, Hintergrundwissen

1) Anleitung: Dein Baby windelfrei abhalten

Wie funktioniert das windelfreie Abhalten eines kleinen Babys? In diesem Video zeige ich dir die wichtigsten Schritte.

Im Video gezeigt:

So funktioniert das windelfreie Abhalten deines Babys:

  1. Mit Hilfe von Standardsituationen, dem Ausscheidungsrhythmus, deiner Intuition und den Signalen deines Babys, weißt du, dass es Zeit ist fürs Abhalten oder Töpfchen.
  2. Sage deinem Baby, dass jetzt Pipi-Zeit ist.
  3. Ziehe deinem Baby auf dem Weg dorthin die Hose aus.
  4. Knöpfe den Body an der Seite zu (links oder rechts neben dem Bauch), sodass er nicht im Weg ist.
  5. Überprüfe ob ein kleines oder großes Geschäft in der Stoffwindel ist.
  6. Lege die Windel ab.
  7. Bringe dein Baby in eine geeignete Abhalteposition (beliebt sind das Waschbecken, eine große Schüssel oder das Mini-Töpfchen).
  8. Sage dein verbales Schlüsselsignal (spezifischer Laute wie zum Beispiel pssssss). Dieses ist wichtig, dass dein Baby weiß, dass jetzt der richtige Ort und die richtige Zeit ist, um zu entspannen. Außerdem fangen einige Babys am Ende des ersten Lebensjahres an, selbst diesen Laut nachzuahmen.
  9. Warte geduldig ab, manchmal dauert es ein bisschen. Dein Baby wird dir zeigen, wann es genug hat, indem es sich durchstreckt.
  10. Helfe deinem Baby zu entspannen: Singe ein Lied, lasse den Wasserhahn laufen oder lasse wohlig warmes Wasser über dein Baby laufen.
  11. Probiere bei Bedarf eine andere Abhalteposition oder einen anderen Ort aus. Manche Babys machen immer erst genau beim dritten Ort oder Gefäß.
  12. Sage dein Schlüsselsignal sofort, wenn das kleine oder große Geschäft starten.
  13. Kommuniziere, was gerade geschehen ist:
    „Gerade ist Pipi im Waschbecken gelandet. Hast du das gehört?“
  14. Zeige deine Freunde und mache etwas lustiges. Windelfrei macht Spaß und ist cooler als die Windel. Das darf euer tägliches Motto sein. 😉
  15. Tupfe den Intimbereich trocken oder sauber. Bei einem großen Geschäft kannst du den Popo einfach unter dem Wasserhahn mit warmem Wasser abspülen und ihn danach abtrocknen.
  16. Lege ein frisches Tuch in die Stoffwindel-Überhose und wickle dein Baby.
  17. Knöpfe den Body zu und ziehe deinem Baby wieder die Hose an.
  18. Säubere das Töpfchen, die Schüssel oder das Waschbecken.

Windelfrei Abhalten

Klicke hier, um ganz viele bequeme Abhaltepositionen kennenzulernen.

2) Windelfrei Signale beobachten: Lernen, wann dein Baby mal muss

Wie kannst du bei Windelfrei Signale beobachten? In diesem Video zeige ich dir ein möglichen Beobachtungs-Setup.

Im Video gezeigt:

Hier ein Vorschlag, wie euer Windelfrei-Start einige Tage, Wochen oder Monate nach der Geburt aussehen kann.

a) Nackedei-Beobachtungszeit

Minimal: Nehme dir 30 Minuten am Tag Zeit, um dein Baby nackt strampelnd auf einer wasserdichten Unterlage zu beobachten.

Ein Wochenende komplett ohne Windeln: Ziehe deinem Baby normale Kleidung an. Den Body kannst du neben dem Bauch anstatt zwischen den Beinen zuknöpfen. Halte dein Baby immer nah bei dir, um zu spüren, wenn die Hose nass und warm wird und sage dann das Schlüsselsignal. Du kannst dein Baby auch auf eine wasserdichte Unterlage legen und nur deine Hand oder nur deinen Fuß an deinem Baby haben, um zu spüren, wenn das kleine oder große Geschäft kommen.

Pssss: Wähle ein Schlüsselsignal (Signallaut) aus. Dieses sagst du immer, wenn du spürst, dass dein Baby gerade sein kleines oder großes Geschäft erledigt hat. Damit lernt dein Baby, wann der richtige Ort und die richtige Zeit gekommen ist, um sich zu entspannen.

Windelfrei Signale beobachten

b) Gibt es einen Pipi-Rhythmus?

Vielleicht möchtest du nach einer Woche nicht nur den Windelfrei-Signallaut sagen, sondern dich auch auf den Rhythmus deines Babys konzentrieren. Babys erledigen ihr kleines Geschäft nämlich oft in einem bestimmten Intervall.

Wenn du vermutest, dass dein Baby in gewissen Zeitintervallen sein kleines oder großes Geschäft erledigt, kannst du genauer auf die Uhr schauen. Wird die Hose alle 15 Minuten nass? Der Rhythmus deines Babys ist ein super Hilfsmittel um zu wissen, wann genau du dein Baby beobachten musst, um das Schlüsselsignal zu sagen. Später kannst du mit Hilfe des Rhythmus gute Abhaltezeiten auswählen.

c) Merkst du Signale?

Erst jetzt beobachten wir die Windelfrei-Signale deines Babys.Nach einiger Zeit bekommst du vielleicht ein Gefühl dafür, wann es langsam wieder soweit ist für das kleine oder große Geschäft. Bemerkst du irgendwelche windelfrei Signale, die dein Baby gibt? Raunzt es oder streckt es sich plötzlich durch? Hier findest du eine ganze Liste an möglichen Windelfrei-Zeichen und Signalen.

Bitte fokussiere dich nicht zu sehr darauf, da es dein Baby und dich stressen kann. Mit Hilfe deines Schlüsselsignals und später dem Abhalten, wird auch dein Baby stärkere Zeichen senden, dass es mal muss.

d) Hast du alles, was man zum Abhalten benötigt?

Besorge dir eine große Schüssel und ein bequemes Abhalte-Töpfchen. Auch Babystulpen sind sehr praktisch.

Andere mögliche Abhalteorte sind in diesem Blogbeitrag aufgelistet.

e) Das erste Mal abhalten

In Standardsituationen wie direkt nach dem Aufwachen, Stillen oder Tragen, müssen Babys mit einer großen Wahrscheinlichkeit dringend Pipi machen. Das ist eine super Gelegenheit, das erste Mal das Abhalten auszuprobieren. Halte dein Baby beim Windelnwechseln über der Schüssel oder dem Abhalte-Töpfchen ab. Mit Hilfe deines Windelfrei-Signallautes, kannst du deinem Baby mitteilen, dass jetzt ein guter Ort und eine gute Zeit sind für das kleine und große Geschäft.

Sage unbedingt auch dein Schlüsselsignal, während es sein kleines oder großes Geschäft erledigt. Eine Abhalte-Anleitung mit vielen bequemen Abhaltepositionen und weiteren Tipps findest du hier.

f) Langsamer Abhalte-Start

Meine Empfehlung ist, zunächst ein oder zwei sichere Abhaltezeiten pro Tag auszuwählen. Nach und nach kannst du dein Baby jeden Tag öfter abhalten. Teilzeit-Windelfrei kann am Anfang auch wunderbar mit Windeln und Backups funktionieren.

Gerne kannst du dein Baby weiterhin jeden Tag 30 Minuten oder länger ohne Windel in einer Hose oder unten ohne zu lassen. Diese Zeiten können nach ein paar Monaten ausgedehnt werden.

g) Abhalte-Begeistert?

Wenn du dein Baby nicht nur beim normalen Windeln wechseln also fünf bis sechs Mal am Tag abhältst, sondern deutlich öfter, können euch ein Backup und praktische Kleidung helfen, entspannt zu bleiben.

h) Windelfrei im Sitzalter

Gewöhne dein Baby an ein normales Töpfchen, später an einen Toilettensitzverkleinerer. Dein Kind lernt also das Töpfchen kennen und erfährt wie man es benutzen kann: Abhalten mit Töpfchen!

Viele Eltern sprechen deswegen von „Topffit“, „Töpfchentraining“ oder „Töpfchenlernen“. Egal wie du es nennst, es unterstützt die Autonomiebestrebungen deines Kindes und ist Teil eures Weges zu Vollzeit-Windelfrei. 😉

Wie Windelfrei für Spätstarter aussehen kann, also für Babys, die schon krabbeln oder laufen können, kannst du hier erfahren.

Windelfrei Abhalten und Übergang zum Töpfchen

Wollen wir über den Begriff "Windelfrei" philosophieren?

Windelfrei bedeutet meistens windelfrei abhalten

Wenn „Windelfrei“ gar nicht meint, dass Kinder ab ihrer Geburt ständig windelfrei sein müssen, was bedeutet er dann? Ein Blick auf die verschiedenen Begrifflichkeiten hilft dabei.

In Amerika wird zwar auch manchmal von „diaper free“ (Windel-frei) gesprochen, aber noch viel häufiger von „Elimination Communication“ (EC), also von „Ausscheidungskommunikation“. Auf Deutsch ist das aber leider ein sehr sperriger Begriff.

Andere Synonyme für die Methode Windelfrei sind:

  • infant potty training (Baby-Töpfchentraining bzw. Baby-Sauberkeitserziehung)
  • baby-led potty training (Baby-geleitetes Töpfchentraining bzw. Baby-geleitete Sauberkeitserziehung)
  • Topffit
  • natürliche Sauberkeitserziehung
  • Baby abhalten (über ein geeignetes Gefäß)

Entspanntes Teilzeit-Windelfrei oder Windelfrei mit Windeln ohne schlechtes Gewissen

Worte prägen unser Denken. Unser Denken verändert unser Verhalten. Mir ist wichtig, dass sich Eltern keine Vorwürfe machen, kein schlechtes Gewissen haben und entspannt handeln können. Da „Windelfrei“ missverständlich ist und sich Eltern davon unter Druck gesetzt fühlen können, komplett ohne Windeln auskommen zu müssen, spreche ich am liebsten von „Teilzeit-Windelfrei“!

Und das ist es ja auch, was die meisten Eltern machen: Ab und an wird die Windel weglassen. Erst, um die Signale des Babys besser zu verstehen, dann, um Schritt für Schritt das Baby an das Töpfchen zu gewöhen.

Babys, die von ihren Eltern mit den Teilzeit-Windelfrei-Prinzipien gepflegt werden, haben Mullwindeln, Windelfrei Backups, Abhalte Windeln, Stoffwindeln und Wegwerfwindeln zwischen den Beinen. Diese schützen den Boden, den Teppich, die Polstermöbel, das Bett und die Kleidung der Bezugspersonen, wenn ein kleines oder großes Geschäft verpasst wird. Viele Eltern wickeln ihr Kind ganz normal und bieten das Abhalten, das Töpfchen oder die Toilette bei jedem Windelwechsel an.

(Hier findest du viele Tipps für Vollzeit-Windelfrei komplett ohne Windeln.)

Warum Windelfrei mit Windeln trotzdem Windelfrei heißt

Warum sich trotzdem der Begriff „Windelfrei“ durchgesetzt hat, obwohl Vollzeit oder nur unterwegs Windeln als Backup getragen werden, ist wohl seiner Offenheit zu verdanken. Beim Begriff schwingen mehrere Bedeutungen mit:

  • Windelfrei kann man als „im Geiste frei von Windeln“, „frei von der Abhängigkeit von Windeln“ oder „Ich bin so frei, ab und an etwas anderes als eine Windel zu benutzen“ verstehen.
  • Windelfrei kann auch heißen „windelfrei ausscheiden“, also dass das Baby einen anderen Ort als seine Windel kennt, um sein kleines oder großes Geschäft zu erledigen.
  • Windelfrei kann „frei von Wegwerfwindeln“ bedeuten. Stoffwindeln sind eine gute Alternative und bieten sowohl deinem Baby als auch dir deutlichere Rückmeldungen.

Ob man von „Windelfrei“, „Baby abhalten“, „Topffit“, „natürlicher Sauberkeitserziehung“ oder von „Ausscheidungskommunikation“ spricht, sie alle basieren auf denselben Prinzipien:

  1. Das Wissen, das Babys von Geburt an ihre Ausscheidungen spüren und zumindest teilweise steuern können.
  2. Babys werden von ihren Eltern und anderen Betreuungspersonen sanft, altersgerecht, liebevoll und ohne Zwang dazu angeleitet, ihr Geschäft außerhalb der Windel zu verrichten. Genauso können auch Kleinkinder und ältere Kinder sanft und ohne Zwang darin begleitet werden, das Töpfchen oder die Toilette zu benutzen.
  3. Zwang, Gewalt, Schimpfen und schlechte Laune der Eltern oder Bezugspersonen sind bei der Begleitung hin zur Ausscheidungsautonomie tabu!
  4. (Teilzeit-)Windelfrei macht Spaß!

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